Wegen ihrer Produkte – Wachs und Honig – wurden Kriege geführt, ihr Bild zierte den Krönungsmantel Napoleons und schmückte das Brautkleid von Prinzessin Caroline von Monaco. Sie lebt im Sommer nur ein paar Tage und legt in dieser Zeit manchmal tausend Kilometer zurück - In der Klasse Fliegengewicht mit 1/10tel Gramm–

Apis mellifica, die Honigbiene.

Die Menschheit hat Erstaunliches über das Insekt herausgefunden: Bis zu 13 mal am Tag verlässt eine Biene den Stock, um Nektar zu sammeln. 170 Blüten besucht sie während eines Fluges. Nur fünf- bis sechshundertstel Gramm Nektar passen in ihren Magen. 25.000 Flüge sind nötig, um ein Kilogramm Nektar zu sammeln und daraus werden nur 100 – 200 Gramm Honig. Für ein Kilogramm Rapshonig (Ladenpreis: etwa 9 €) müsste eine Biene 500.000 mal ausfliegen, 5 Millionen Blüten aufsuchen, und trotzdem sammelt ein Volk etwa 15 kg für den menschlichen Verbrauch - wenn das Wetter mitspielt! Nicht eingerechnet ist die Wertschöpfung durch die wichtigste Tätigkeit der Bienen: die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen. Honigbienen sind blütenstet, d.h. wenn sie sich auf z.B. Kirschblüten eingeflogen haben, bleiben sie auch dabei.

Sie orientieren sich bei ihren Flügen an der Sonne und dem Magnetfeld der Erde. Im Bienenkörper fand man magnetische Kristalle. Das Facettenauge der Biene setzt sich aus 5000 Einzelaugen zusammen. Rot sehen sie als schwarz, weiß als blau oder grün.

Schon Aristoteles hatte beobachtet, dass Blüten zunächst nur von einer Biene besucht werden, dann folgt eine ganze Gruppe – die erste Biene informiert ihre Artgenossen. Diese Art der Nachrichtenübermittlung ist einmalig im Tierreich. Sie erfolgt im Stock in Form eines „Tanzes„ (Bewegungsmuster). Für die Entschlüsselung dieses Tanzes erhielt der Zoologe Karl von Frisch 1973 den Nobelpreis. Während des Tanzes gibt die Biene “Geräusche” von sich, Töne mit einer Frequenz von 280 Herz. Die Insekten, die kein Gehör haben, drängen sich an die tanzende Biene. So nehmen sie die Vibrationen wahr.

Bienen wurde in Versuchen nur zu einer bestimmten Tageszeit Nahrung angeboten. Sie gaben diese Zeit an die nachfolgende Generation weiter. Wie diese und andere Informationen weitergegeben werden, ist noch ein Geheimnis.

Bei Kälte rücken die Bienen zu einer dichten Traube zusammen. Mit ihren Flugmuskeln erzeugen sie Wärme durch Reibung. Auch bei 30 Grad minus! Der Zoologe Martin Lindauer beobachtet eine Biene 177 Stunden lang: 69 Stunden war sie untätig, 56 Stunden ging sie im Stock umher - nur 52 Stunden hat sie gearbeitet.

Wenn das Volk sich vermehren will, muss es sich teilen. Die Vermehrung über die einzelnen Bienenwesen (Arbeitsbiene, Königin und Drohn = männliches Geschlechtstier) ergibt noch keine neuen Bienenvölker. Dazu benötigt es aber für jeden der neuen Volksteile eine eigene Königin. So werden im Frühsommer bis zu etwa einem Dutzend Eier in besonders große Wachszellen von der alten Königin gelegt Diese erhalten dann sechs Tage lang eine eiweißreiche Nahrung, das “Gelee Royale”. Es wird in der Kopfdrüse der Arbeiterinnen produziert. Ein darin enthaltener Wirkstoff steuert die Produktion des Juvenilhormons (Verjüngungshormon). Das Hormon bewirkt, dass im Hinterleib der zukünftigen Königin Eierstöcke heranreifen; vielleicht sogar das hohe Alter von bis zu fünf Jahren. Die selben Larven würden sich bei einer üblichen Nahrung aus Honig und Pollen zu normalen Arbeiterinnen entwickeln, die noch nicht einmal einen Sommer tanzen – nur die Winterbienen leben länger, da sie nicht sammeln müssen.

Die alte Königin zieht mit etwa der Hälfte der Bienen im sogenannten Vorschwarm aus dem Stock, um in Entfernungen bis zu 30 Kilometern ein neues Nest zu gründen. Die dann schlüpfenden Jungköniginnen ziehen bis auf das Restvolk in kleineren Nachschwärmen in das Umfeld. Nur bei wenigen Jungköniginnen kommt es zum Schwesternmord.

Der Winter selektiert dann die kleineren Schwärme (schlechtere Bevorratung). In Afrika stellt in manchen Regionen der Sommer durch Wassermangel den Selektionsfaktor dar. Wie verzehrend die Arbeit des Sammelns durch das Fliegen ist, dokumentiert sich im Vergleich Biene – Ameise: Eine Waldameise hat eine Lebenserwartung von 3 Jahren, deren Königin wird sogar 20 Jahre alt. Übrigens haben beide Insektenarten die Stufe von Säugetieren erreicht, indem sie mit aktiver Vorratswirtschaft als Kollektiv (Gemeinschaftswesen) den Winter überdauern. Sonst überleben Insekten den Winter in Ei-, bzw. Larvenform oder in seltenen Fällen als Imago (Einzelwesen), d. h. als ausgebildetes Insekt (z.B. der Zitronenfalter).

Arbeiterin beim Saugen von Nektar. Die Staubgefäße der Blüte können dabei ihren Pollen am üppigen Haarkleid der Honigbiene abstreifen. Übrigens können Sie dieses Bild hier in guter Auflösung erwerben.. 

Die Macher